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Dienstag, August 19, 2008

in the middle of New York Part 2

Da sitze ich immer noch, im Starbucks an der Madison Avenue. Das Wetter wird schlechter, ich hoffe es kommt regnen. Wuerde irgendwie besser zu meiner Laune passen. Es scheint in New York naemlich keinen einzigen Starbucks mehr zu geben, der die Ur-gemuetlichen, altmodischen Sessel mehr hat! Nur noch unbequeme Stuehle, die klar darauf hinweisen, dass es sich die Gaeste nicht allzu bequem machen sollten! So ein Kaese, dabei will ich gerade nichts anderes als mich in mindestens drei dicke Decken wickeln, und in dem Sessel unter mir richtiggehend versinken! Den harten Stuhl unter mir kann ich mir ja noch bequem denken, aber das Gefuehl von Waerme und Geborgenheit faellt der auf Antarktis eingestellten Klimaanlage zum Opfer. Die Wireless Verbindung koennte auch wesentlich besser sein ...
Aber all das stoert mich eigentlich nur, weil ich einen Mords-Kater habe. Einen Passiv-Kater sozusagen, denn wirklich Kopfschmerzen und das altbekannte, davon werde ich verschont. Dafuer fuehle ich mich sonst, als waer ein Trucker ueber mich drueber gebrettert. Elend.



Anyway. Nach meinem Crash auf dem Sofa am Freitag Abend war ich am Samstag um 5 Uhr morgens putzmunter. Es war noch nicht mal ANSATZWEISE hell draussen! Also lag ich einfach da auf dem Sofa und hirnte ueber die grossen Themen im Leben nach. Ohne allzu tief ins Detail darueber gehen zu wollen, das Fazit davon ist: vieles im Leben ist Definitionssache. Und manchmal duerfte es nuetzlich sein, die Definitionen von zwei Menschen abzustimmen, bevor man voller Wut und schockiert findet, was der andere gerade von sich gegeben hat, ist einfach nur daneben ....

Gluecklicherweise schaffte es New York, ein bisschen spaeter als ich ebenfalls aufzuwachen. Ich verbrachte den Tag bei einem juedischen Friseur, der mir die Haare zuerst komplett ruinierte, und dann alles mit soviel Hairspray befestigte, dass ich das Gefuehl hatte, unter dem Gewicht auf meinem Kopf zusammen zu brechen. Meine Frisur haette mich Sicherheit als Damm herhalten koennen wenn eine Flutwelle ueber New York reingebrochen waere!

So aufgetackelt musste ich gezwungenermassen all mein Shopping erledigen, und die Reaktionen reichten von "wow" bis zu "hey, wir machen gerade eine Promo fuer Glaette-Eisen, Du siehst aus als koenntest Du so eins gebrauchen!"

Aus Zeitmangel konnte ich an dieser Front allerdings vorerst keine Katastrophen-mindernden-Massnahmen vornehmen, und war gezwungen, in dieser Erscheinungsform zum Rehearsal-Dinner des Brautpaares zu erscheinen. Die lachten aber nicht ueber mich, weil es in NY offenbar ueblich ist, dass sich Frauen zu festlichen Anlaessen die Haare so senkrecht aufstellen lassen, wie es nur geht!
Nach ziemlich viel zu essen ging's in ein Inn, wo ich mir mit einer Frau namens Gretchen ein Zimmer teilte. Gretchen war cool, das Zimmer auch. Und erst recht die Terrasse, wo wir frühstückten!

Das erste, was ich am naechsten Tag nach dem Aufstehen machte, war meine Haare zu waschen!! Wieder normal aussehend konnte ich die Hochzeit in vollen Zuegen geniessen. Auch den vielen Alkohol, der ausgeschenkt wird. Bloederweise wurde ich nicht betrunken, und konnte somit nicht abschaetzen, wann der Zeitpunkt erreicht war, mit Ruecksicht auf meine Verfassung am naechsten Tag, also heute, aufzuhoeren.

Und jetzt hab ich nun den Salat. Knueppeldick.