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Freitag, Juni 29, 2007

Freundliche Sessel, Vanessa

Es ist grad mal 15 Uhr, aber doch scheinbar schon langsam Zeit zum nach Hause gehen. Ich beobachte nämlich eine rapide Verschlechterung meiner Konzentrationsfähigkeit.
Gerade habe ich eine e-mail an Starbucks geschrieben. Die mit den völlig überteuerten coffee-shops, die ich so sehr liebe. Und wer Starbucks kennt, kennt wohl auch die wundervollsten Sessel der Welt, die in jeder Filiale stehen. Jedenfalls will ich so einen Sessel haben. Jawoll. und wo mein Wille ist, ist auch ein Weg! Einfachster Ansatz: Ich frage mal per Mail an, ob ich so ein Möbel kaufen kann. Denn die Dinger unterstehen den strengsten Aufsichtsrichtlinien, die man sich vorstellen kann, und sind nur für lizenzierte Starbucks-Shops zugänglich. Eigentlich. Nun ja, mit ein bisschen gutem Willen qualifiziere ich mich schon fast als so einer, soviel Kaffee wie ich dort konsumiere!
Ich habe mir also überlegt, wie ich es rüberbringe, dass ich UNBEDINGT so einen Sessel brauche. Ein enorm witziges Mail schreiben? Oder doch lieber sachlich und kurz? Wenn man sich zuviel anstrengt, kommt nix gutes dabei raus. Also hab ich den untenstehenden Text ganz sachlich geschrieben, und *pling* abgeschickt. Ohne einmal zu zögern. Und als sie weg war, habe ich einen Moment gestutzt. Irgendwas stimmte da nicht ... also in den "Sent Items folder" und nachschaun:

Guten Tag

Woher bezieht Starbucks die Inneneinrichtung? Ich würde mir gerne einen der Sessel zutun, die Sie in praktisch jeder Filiale haben.
Vielen Dank für Ihre kurze Antwort

Freundliche Sessel

Lass mich Deine Haie zählen!

Mein Rock-Chick-Pulli von gestern hat für einies an Aufsehen gesorgt. Verständlich, in meinem Umfeld läuft nicht jeder in einem türkisen Pulli mit hunderten aufgedruckten Haien rum.
(Foto folgt)
Als ich von einem Gebäude zum andern lief, hörte ich hinter mir jemand rufen. Ich drehte mich um, und ein Mann der ein Stück hinter mir ging, fuchtelte wie wild mit den Armen und rief irgenwas. Ich kannte ihn nicht, dachte, er spinnt einfach und ging weiter. Doch er hörte nicht auf zu rufen. Ich verstand irgenwas wie "zählen" oder "zeigen", und bezog das auf die Haie auf meinem Pulli. Er wollte dass ich stehenbleibe, damit er meine Haie zählen kann?? Der hat doch wirklich einen Vogel!
Trotzdem musste ich stehenbleiben, weil ich war am Ziel angekommen und musste auf einen Kollegen warten! Der Verrückte holte mich auf und sagte "Zeig mir Dein Tattoo, es ist so gut gemacht!"
Ich glaube ich hab ihn ziemlich konsterniert angesehen, denn das hätte ich nun wirklich nicht erwartet! So rührte ich mich auch nicht vom Fleck (was eine hervorragende Situation gewesen wäre für alle, die gern die Haie auf dem Pulli gezählt hätten.).
Er ergriff dann die Initiative und rollte sein Hosenbein hoch. Darunter zum Vorschein kam auf einem behaarten Bein ein sehr, sehr schön tättowierter Vogel. Scheinbar selbst tättowiert. Huh, ein sadistischer Ornithologe!
Glücklicherweise kam just in dem Moment mein Kollege, und ich verabschiedete mich freundlich von dem Unbekannten.

Aber auch wenns ein ganz kurliger Typ war - sein Tattoo war wirklich schön! Und für mein nächstes ist wohl bald mal die Zeit gekommen.

Donnerstag, Juni 28, 2007

Schwarzwäldertorte zum Frühstück

Zürich, 9 Uhr Morgens. Die Sonne drückt durch eine bleischwere Wolkenschicht, die sich über der Stadt eingenistet hat, und kitzelt mein Gesicht.
Momentan sitze ich als Rock-Chick verkleidet an meinem Schreibtisch und schaufle ein Stück Schwarzwäldertorte in mich hinein, als hätte ich seit Tagen nichts mehr zu Essen gekriegt. Meine Augenlider drohen der Schwerkraft zum Opfer zu fallen, und ich lechze nach einer Dusche. Das ist wohl einer dieser Tage, die in die Geschichte eingehen. Weil sie entweder zum scheitern verurteilt sind, oder aber dermassen genial werden, dass ich mich fühle als wäre ich zu Gast in einem schönen Film. Prognose bis jetzt: ich glaube das wird irgendwann ein genialer


Angefangen hat alles wie immer äusserst harmlos. Meine heirats(un?)willige Freundin und ich machten uns gestern Nachmittag auf den Weg nach St. Gallen, assen was und machten uns dann auf in die Birreria. Dafür musste ich mich auch von meinem konservativen Tagesoutfit trennen (gemäss der Definition eines Kollegen … pfff, ich und konservativ?!) und mich in besagtes Rock-Chick verwandeln.
Meine Freundin und ich gehörten als Frauen definitiv zur Minderheit. Dementsprechend konnten wir uns nicht über fehlende Aufmerksamkeit beklagen. Dazu gute Musik, ein bisschen Alkohol. Was will man mehr?! Es hätten höchstens ein paar Zigaretten weniger sein dürfen.
Allerdings trieb mich mein Verwantwortungsbewusstsein zu fortgeschrittener Stunde langsam aber sicher in Richtung heimisches Bett. Meine Freundin hielt überhaupt nichts von dieser Idee, vielleicht auch, weil sie sich anders gut amüsierte als ich. Sozusagen nachhaltig gut, während ich meine Bekanntschaften relativ oberflächlich hielt.

Meine eindringlichen Ratschläge, dass wir wirklich langsam gehen sollten, kratzten sie überhaupt nicht. Zwar nickte sie eifrig mit dem Kopf und plapperte strukturlose Pläne, von wegen bleiben bis dead End, danach noch schnell einen Espresso schlürfen, und dann heim, oder aber bleiben bis dead end, dann ein bisschen schlafen da, heimfahren und ein bisschen schlafen dort, und wieder weiterfahren.
Kommt ja gar nicht in die Tüte. ich schlafe einmal pro Nacht, und Punkt.
Es kam zu einer etwas intensiven Diskussion, doch ihr Herz und ihr Verstand waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf sehr verschiedenen Pfaden unterwegs. Das Feuer in ihren Augen erklärte Alles. Jemanden aufzuhalten, bei dem dieses Feuer brennt, wäre ungefähr so wie wenn man versuchen würde, einen Tornado zu stoppen. Man kann nur eins tun: Ihm aus dem Weg gehen.

Um 24 Uhr rief ich meinen Freund Roman an, und bat um Asyl für die Nacht. Wurde gewährt, und ich machte mich so schnell wie möglich von den Socken.
Der Nachtfalter bei mir zu Hause hat sich unterdessen sicher furchtbar geärgert, dass ich überhaupt nicht aufgetaucht bin, und somit nichts aus seinem Rundum-Schlag gegen mich wurde!

Jetzt sitze ich wie gesagt in meinem türkisfarbenen Pulli mit grünen Haien drauf an meinem Schreibtisch, und frage alles, was meine Welt so bewegt. Eben auch die Frage, ob sich die Welt ihrem Untergang entgegen bewegt. Was die Antwort darauf angeht, bin ich mir noch nicht sicher. Aber selbst wenn, was könnte man da schon machen?
Schwarzwälder-Torte essen zum Frühstück zum Beispiel … ist doch schon mal filmreif!

Mittwoch, Juni 27, 2007

Und Haustiere hab ich auch schon ...

Gestern wurde mein neues Bett geliefert, ich hab Bergeweise Zeugs in meine Wohnung geschleppt (mit den ÖV, ich Depp ...) Dann hab ich mit Hilfe meines Akku-Schraubers den Küchentisch im Null-Komma-überhaupt-gar-nix zusammengesetzt (Er steht, nix verzogen, nix verbogen, wie 'ne eins, Schwesterherz!) und bin schlussendlich körperlich am Ende in die Badewanne gefallen. Herrlich. Wer Schaum haben will in seiner Wanne, dem empfehle ich, kein Badezusatz zu verwenden, sondern Duschgel.
Der Schaum kommt fast bis an die Decke.

Während ich mich geplantscht habe, standen die Fenster in allen Zimmern offen, damit dieser Geruch nach frisch-renoviert entweichen konnte. Im Schlafzimmer brannte meine stimmungsvolle Nachttischlampe, aber die Fensterläden waren zu, so dass niemand reinsehen konnte. Well, reinSEHEN nicht. Aber reinKRIECHEN wohl schon! Denn als ich zurückkam, sass ein riesiger Nachtfalter an meiner Lampe. Mich hats vor Ekel geschüttelt. Scheisse, das ist für mich die schlimmst-mögliche Situation!
1. Ich kann mir nicht selbst helfen da ich einen Sicherheitsabstand von 1m zu dem Viech prinzipiell nicht unterschreite. Alles darunter sei lebensgefährlich, sagt mir mein Instinkt.
2. Ich bin allein in der Wohnung, also kann mir niemand helfen.
3. Wenn ich meinen Instinkt zu Gunsten von rationalem Verstand ausschalte, und einsehe dass mich der Falter auch unter nicht-einhalten von Sicherheitsabständen NICHT töten wird, so hatte ich doch immer noch keine Waffe um ihn zu eliminieren!
Die Möglichkeit, ihn mit blossen Händen zu killen, hätte dazu geführt dass ich für den Rest meines Lebens traumatisiert gewesen wäre.

Unter Anbetracht dieser völlig verzweifelten Lage beschloss ich, dass es wohl das Beste sei, schlafende Falter nicht zu wecken. Trotzdem musste ich das Licht auslöschen. Dazu boten sich verschiedene Möglichkeiten an:
a) Nachttischlampe ausschalten. Hätte bedingt, den mindest-Sicherheitsabstand zu unterschreiten. Niet.
b) ich könnte die Sicherung in meinem Schlafzimmer rausknallen. Dafür hätte ich dann aber im Stockdunkeln zu meinem Bett tappen müssen, und der Falter, der Nachts sicherlich besser sieht als ich, hätte mir auflauern können. Arglos in seinen Hinterhalt geraten? Nein, das Risiko ging ich bestimmt nicht ein!
c) Im Bett liegend das Kabel der Lampe angeln, schnell rausziehen und mich sofort unter der Bettdecke verstecken. Für den Fall dass mich der Falter dann angreifen wollte, hätte ich mindestens einen guten Schutz um mich rum!

Unter Anbetracht der lebensbedrohlichen Situation hielt ich Möglichkeit c) für die Beste.
Glücklicherweise war ich wirklich todmüde und schlief sehr, sehr bald ein. Mitten in der Nacht weckte mich mein eigener Schrei, ich muss wohl sogar noch von dem Vieh geträumt haben!
Heute Morgen dann die erstaunliche Erkenntnis: ich konnte weder Bisswunden, noch irgendwelche andern Kampfspuren an meinem Körper erkennen!

Und der Falter ist verschwunden .... Vielleicht für immer, aber ich glaube, er hält sich versteckt um mich in Sicherheit zu wiegen, und dann heute Nacht so richtig zuzuschlagen!
Da hat sich das Monster allerdings verrechnet, denn heute Nacht werde ich mit Verstärkung anrücken! Auf in den Kampf!

Dienstag, Juni 26, 2007

It says it all

Montag, Juni 25, 2007

Du Schisser, du Preissischer!

Ich bin zurück von meinem Wochenend-Ausflug, und hundemüde. Man könnte fast sagen, ich war ausschliesslich unterwegs dieses Wochenende. Hinfahren, München durchqueren, mich Verfahren, zurückfahren, suchen, am Ziel vorbei schiessen, auf alternative Transportmittel hoffen, und schliesslich die ellenlang-scheinende Rückreise. Aber: es hat sich wiedermal gelohnt. jede Sekunde!

Am Freitag Abend nach Ankunft gings sofort in die Pizzeria, wo ich mit einem Teil der Familie ein leckeres Abendessen genoss. Hmm, Tortellini, und was für eine Portion! Der Teller war so gross, dass er kaum Platz hatte auf dem Tisch. Und ich hatte keine Chance, ihn leer zu kriegen.

Samstag dann ausschlafen, kurz frühstücken und die neuesten Zeitungsmeldungen erzählt bekommen. Absolute Hammerstory (stand in der Süddeutschen):
Der Taxifahrer eines Reporters fuhr ganz entspannt mit durchs Lenkrad gestreckten Armen, und steuerte sein Auto nur durch leichte Verlagerung des Oberkörpers. Dem Kunden wurde ein bisschen mulmig, und er schlug in seinem Dialekt dem Fahrer vor, eine etwas sicherer Position einzunehmen. Worauf der Fahrer seinem Unmut über die Herkunft des Kunden Luft machte und antwortete: "Ach Du Schisser, Du Preissischer!"
Leider finde ich die original-Story online nicht mehr :-(

Danach ab zum Flörchen zum Brunch. Einfach absolut genial. Sie wieder zu sehen, ihr neues zu Hause zu sehen, den verkappten Charmeur wieder zutreffen und dann, als super-Zusatz, Anette kennenzulernen.
Wie schräg, Du sitzt jemandem gegenüber den Du seit Jahren kennst, die aber trotzdem eine völlig fremde Person ist. Ausserdem dabei beim Brunch: C.J. Kaiser, die Anettes Blog auf Cosmopolitan weitergeführt hatte, nachdem Anette ausgestiegen war.
Sie: "Hi, ich bin die Corinna!" und ich "hi, ja ich hab schon viel aus Deinem Leben gelesen!".
Egal wie lange es das Internet schon gibt, und wie "normal" solche Bekanntschaften geworden sind mittlerweile - für mich ist und bleibt das eine völlig abstruse Situation.

Aber gut, war dennoch sehr entspannt, und wir haben bis knapp 16 Uhr gebruncht. Danach englischer Garten mit chinesischem Turm, wo dann auch noch mein Kollege Jordan dazu gestossen ist. Er ist genauso eine Null in Sachen Orientierung wie ich, und so brauchte er geschlagene drei Stunden, um von Regensburg zu uns in den Biergarten zu finden. Armer Kerl :-)
Doch seine Odyssee hatte erst angefangen (und damit auch meine, aber das wusste ich ja natürlich noch nicht ...)
Um ca. halb 7 verliessen wir den Biergarten mit dem Ziel H&M. Ein bisschen shopping muss schon sein!
Ich verbrachte geschlagene 5 Minuten in dem Laden, bis mich die aufgestellten Nackenhaare sozusagen zurück auf die Strasse trieben. Was für ein Gewühl, und viel, viel zu viele Frauen auf einen Haufen! Also wenn ein Mann findet, er wisse nicht wo all die Frauen sind - ich kanns ihm jetzt sagen!
(Dr. Sno, wäre das nicht mal was für einen Selbstversuch? H&M Besuch am Samstag Nachmittag, und schaun wie viele Telefonnummern Du ergattern kannst?)
Also doch kein Shopping für mich, seis drum.
Dafür aber zurück zu Jordans Auto, weil der auch bei meinen Verwandten übernachtete und ich den brillianten Einfall hatte, den Wagen "kurz" zu ihnen zu bringen und dann mit der U-Bahn zurück zum Festival. Damit Jordan auch was trinken konnte. Die andern zwei wollten wir dort wieder treffen.

Jordan und ich brauchten ungefähr 30 Minuten bis zum Auto, und dann eine geschlagene Stunde bis wir endlich am Ziel waren. Der Otto Miller Ring (oder so ähnlich) nahm uns buchstäblich gefangen, und wir drehten Runde um Runde auf ihm. Jordan war schon so weit (getrieben von Hunger), dass er, kaum sah er eine grüne Ampel, flugs die Spur wechselte, nur um über die Ampel zu kommen! So fuhren wir kreuz und quer durch München, und ich hatte einen Heidenstress, auf Flörchens ausgeliehenem Stadtplan unsere aktuelle Position wieder zu finden, und eine neue Route zu einem Ziel zu berechnen, das ich nicht genau kannte. Schwierige Voraussetzungen, doch um ca. 21.30 Uhr hatten wir es geschafft.

Um 22 Uhr brachen wir schliesslich wieder auf zum Tollwood. Um 24 Uhr kamen wir dort an. Nein, es ist nicht 200 km entfernt, sondern vielleicht 10 oder 12. Aber wir sind steincool dran vorbeigefahren mit der Tram. Gemerkt haben wir das, als die Endstation angekündigt wurde. Ja merde! alles wieder zurück, selbstverständlich mit äusserst langen Wartezeiten beim Umsteigen.

Flörchen und der verkappte charmeur warteten bereits seit Stunden auf uns, und dachten sich wohl weiss Gott was.
Da es bereits ziemlich spät war, war es auch schon ziemlich kalt, hielten wir es nicht mehr allzulange aus. Um halb 2 traten wir, getrieben einer Müdigkeitsphase, den Heimweg an. Warteten wieder Ewigkeiten am Bahnhof, und verpassten - musste ja so kommen - die letzte U-Bahn. Um 3 waren wir schliesslich zu Hause, und die Müdigkeitsphase war einer Hellwach-Phase gewichen. Na herrlich. Bei Eintreffen der nächsten Müdigkeitsphase begannen bereits wieder die Vögel mit ihren frühmorgendlichen Konzerten. Münchner Vögel sind sehr fleissig und singen schön. Münchner Krähen sind auch fleissig, aber provozieren mörderische Absichten bei mir.

Um 13.30 Uhr standen Jordan und ich auf. Ich habe in meinem Leben glaub ich noch nie so lange geschlafen!
Der Sonntag war recht entspannt, bloss etwas sitzen auf dem Balkon meiner Verwandten, und dann Antritt der elend-langen Rückreise. Der Grümpel-Zug dümpelte mit gefühlten 2 km/h durch die Landschaft, und machte mich halb rasend. Wenn ich das Gefühl habe, ich wäre mit dem Radl schneller als der blöde Zug, dann werde ich ungemütlich.
Dazu kam, dass ich extra meinen Laptop mitgeschleppt hatte, um mir die Zugsreise mit DVD's zu verkürzen. Der Plan ging voll in die Hose, weil die Schweizer Züge mit einer Steckdose ausgerüstet sind, in die vielleicht Stecker aus Aserbaijan passen, aber ganz sicher keine Schweizer oder Deutschen!
Ich weigere mich ab sofort, meinen Fuss in etwas anderes als einen ICE zu setzen. Dort sind nämlich ÜBERALL Steckdosen in die meine Stecker reinpassen, hallelujah! Leider ist damit eine weitere Zugreise nach München ausgeschlossen, da dorthin noch keine ICE's fahren. Es lebe der Fortschritt.
Aber gut - das nächste mal wird eben geflogen oder per Auto. Laut singend meine Verkehrsgenossen vertreibend. Und nur mit den durchs Lenkrad gestreckten Armen steuernd :-)

Donnerstag, Juni 21, 2007

Kreise sind dazu gedacht, sich irgenwann zu schliessen

Vor ca. 6 Jahren habe ich Marie kennengelernt.
Ich arbeitete damals bei Novartis, und zwischen Kaffeemaschine putzen, Rechnungen bezahlen und mich mit den andern Sekretärinnen zum Kaffeeklatsch zu treffen, war mir manchmal fürchterlich langweilig. So langweilig, dass ich mich schon fast genötigt dazu fühlte, mich durch sämtliche websites zu klicken, die ich kannte. Eine davon war Cosmopolitan (welche bei meinem jetztigen Arbeitgeber leider gesperrt ist, aber ich hab ja eh geschworen ich lese keine hirnlosen Frauenmagazine mehr, hmmmm).

Marie war die erste mir bekannte Bloggerin, und schrieb Tagebuch über ihre unglückliche Affäre mit ihrer grossen Liebe Paul. Ausserdem war sie Studentin, hatte keine grosse Ahnung was sie sonst noch mit ihrem Leben anstellen sollte, konstant unglücklich und schaffte es ständig, sich in unmögliche Situationen zu manövrieren. Das alles schrieb sie so herzallerliebst auf, dass man einfach mitfühlen musste mit ihr. Ich sowieso, denn ich war in ungefähr der genau gleichen Lage wie Marie. Irgendwann drückte ich ihr meine Symphatie in einem Mail aus, und so entstand eine Art Internet-Brieffreundschaft, die aber wieder versandete.

Nichtsdesto trotz las ich Maries Blog weiter. Dann hörte der auch auf, weil sie einen Buchvertrag angeboten bekam! So entstand dann eine längere Pause, in der ich gar nichts von ihr hörte. Dann endlich, das erste Buch unter ihrem richten Namen. Aus Marie wurde Anette Göttlicher. Es war ein Bestseller! In ziemlich kurzen Abständen folgten darauf das Zweite, das Dritte und das Vierte (das mag ich aber nicht.)
Ich kaufte sie alle, und verschlang sie praktisch in einem Zug. So kriegte ich mit, dass sie ihr Studium abgeschlossen hatte, nach Australien ging weil sie die Nase voll hatte von ihrem Leben, und als sie wieder kam, wurde sie durch einen immens glücklichen Zufall Leiterin der online Redaktion von Cosmopolitan.
Mittlerweile ist sie zum Hause Burda gewechselt, ihren Affären sind Vergangenheit, sie glücklich verheiratet, und zu guter Letzt: Chefin meiner ehemaligen Mitbewohnerin, dem Flörchen.
Was aus dem Grund schräg ist, weil ich Marie-Anette zwar schon recht lange "kenne", aber niemals richtig kennengelernt habe. Und Flörchen sie durch mich kennt, und zwar ausschliesslich "richtig"!
Am Freitag fahr ich nach München, und soeben hat mir Marie-Anette geschrieben, sie würde sich über ein Treffen freuen. Und ich mich erst!
Hui bin ich aufgeregt!

Sonntag, Juni 17, 2007

keep movin'

Vor bald 7 Jahren zog ich das erste Mal aus meinem Elternhaus aus. Direkt mit meinem damaligen Freund zusammen, obwohl ich eigentlich fand, es wäre besser zuerst mal eine eigene Wohnung zu haben. Aber da ich für gewohnlich die Vernunft, die zu mir spricht, ignoriere, zog ich trotzdem zu ihm nach Basel. Weil das bequemer, schöner, und irgendwie für die Beziehung ernsthafter war. Die Wohnung lag zentral, aber in einem eher lauten Quartier. Ich als Landei konnte nachts nicht schlafen, weil das Spital sehr nahe lag und ich dauern die Sirenen des Krankenwagens hörte. Ausserdem pflegte die italienische Familie von untendran sehr laute Unterhaltungen zu führen. Wir hörten jedes Wort davon, was auf Dauer eher problematisch war. Also zogen wir weiter nach Rothrist. Einen knappen Monat später trennte ich mich von ihm und zog zu meinen Eltern zurück.
Dort blieb ich während des Studiums, verweilte aber auch an manch anderem Ort mehr oder minder häufig.

Einen Tag nach Studiums-Abschluss flog ich nach Australien, und zog dort fast zwangsläufig sehr, sehr oft um. Kaum wieder in der Schweiz, passte ich auf die Wohnung einer Kollegin auf, und zog dafür 5 Wochen bei ihr ein. Von da praktisch direkt in meine Wohnung in Zürich, die ich für 2 Monate hüten sollte, und danach wollte ich eigetnlich endlich was eigenes. Nur, nach diesen zwei Monaten war ich mir alles andere als sicher, ob ich überhaupt in der Schweiz bleibe, und zog vorsichtshalber erst mal wieder bei meinen Eltern ein. Dann kam das Angebot eines Arbeitskollegen, dass ich bei ihm wohnen könne in Zug. Ich also wieder mit Sack und Pack raus aus dem Elternhaus. Sack und Pack hatten sich mittlerweile auf einen kleinen Rollkoffer reduziert - ich weiss ganz genau was ich wirklich brauche und was nur Ballast wäre. Glücklicherweise habe ich das nach der ganzen Zügelei gelernt.

Tja und dann kam die Zusage für meine neue Stelle ab August, und sämtliche Auslandspläne sind vorerst mal auf Eis gelegt. Damit war auch die Bahn frei für eine wirklich eigene Wohnung. Etwas, wo ich nicht unverbindlich einschneien kann, und wieder verduften, wenns mir nicht mehr passt. Etwas, für das ich einen Mietvertrag unterschreibe, und dafür bezahle. Ein Ort, an dem der Duschvorhang gelb ist, weil ICH das so ausgesucht habe. Ein Ort, wo ich das Geschirr stehen lassen kann oder nicht, und die einzige die's stört, bin ich selbst. Wo ich nackt von Badezimmer zu Schlafzimmer gehen kann, oder stundenlang im Kreis rumlaufen, und niemandem begegne wenn ich das nicht will. Meine Höhle, sozusagen.

Am Samstag vor einer Woche habe ich dann mal scheu eine Wohnung besichtigt. Hat irgendwie noch interessant getönt. Nur sehr wenig Beschreibung, was darauf schliessen lässt, dass sie entweder so toll ist dass man dafür keine Werbung zu machen braucht, oder dass jemand keine Ahnung hat, wie man eine Wohnung vermarktet. Ich hab mich einfach mal gemeldet, und siehe da, ein wahres Bijou!
Gestern bin ich eingezogen. Gut, gut, noch nicht mit Vollausstattung. Aber dank meiner Schwester ist immerhin die Küche schon so gut wie vollständig ausgerüstet. Meine Güte, eine ganze Bananenschachtel voll Zeugs hat sie mir geschenkt! Jetzt hab ich sogar Mayonnaise, was ich mit Garantie nie im Leben selbst gekauft hätte. Der Rest des Kühlschrankinhalts ist schon eher typisch für mich: 1.5 l Sweet Chilli Sauce, 1l Milch und 0.5l Champagner. Wo der herkommt, ist mir allerdings ein Rätsel.

Und damit sich meine Werte Leserschaft selbst ein Bild meiner neuen, und hoffentlich dauerhaften Bleibe machen kann, habe ich ein paar Fotos geschossen:
Zuerst: mein Wohnzimmer mit Schwedenofen und dem eingebauten Holzgestell (das finde ich übrigens dermassen schön, dass ich es am liebsten leer lassen würde!) Rechts vom Bücherregal die Türe ins Esszimmer, links die Türe zu meinem Schlafzimmer.









Dann folgt: Mein Esszimmer, mit sehr viel Holz an den Wänden. Keine Ahnung was ich damit mache. Zum Glück hats auch noch Fenster dazwischen.



Und schliesslich noch mein Schlafzimmer, auf der Rückseite des Hauses ...






... sowie der Eingangsbereich, der selbst so gross ist dass ich ohne Probleme eine Festbank reinstellen könnte. (Von der Esszimmertüre aus aufgenommen).
Auf dem Grundriss ist das schwarze übrigens mein Bad. Es ist eigentlich ganz in weiss, keine Ahnung warum's hier schwarz geworden ist. Und ich finds auch nicht wichtig genug, um dem nachzugehen. Da gibts grössere Mysterien, die zuerst gelöst werden wollen.

Mittwoch, Juni 13, 2007

Lost Cowboy?

Der gehört doch zur Crew von Ocean's 13! Hat wohl gemeint er könne dem Rummel ausweichen, und sich auf einem Reiterhof in der schönen Schweiz versteckt. Tsssss, manche tun schon fast alles, um den Papparazzi zu entgehen!

I nimme no e Bacardi Cola

Man könnte meinen, ich sei die Herrscherin über Dramen. Sie sind nämlich mit Garantie immer dort, wo ich auch gerade bin, und eins weiss ich sicher: Ich bin es nicht, die ihnen folgt!

Drama zum ersten: letzten Freitag an der Abschiedsparty eines Freundes. Er verlässt das Land zwecks intensivem Studium von Bier, Weisswurst und Brezen. Klar dass der vor Freude eine Party schmeisst *grummel* .... Es war ein öffentlicher Grillplatz in Ennetbaden, wirklich sehr schön mit atemberaubender Aussicht, und auch dementsprechend gut besucht. Drei Gruppen. Wir, die coolen um den Bierkönig rum, dann noch eine zweite Gruppe die ziemlich chillig war, und zu guter letzt zwei Pärchen. Und bei denen flogen die Fetzen. Beziehungsweise beim einen Pärchen. Das andere Pärchen stass stumm vor Schreck auf der Bank gegenüber, und liess sich den Samstag Abend vollkommen versauen. Es ging so weit, dass Freund A Freundin B mit dem Motorrad nach Hause brachte, um dann zu seiner Freundin A und dem zurückgelassenen Freund B zurückzukehren. Und was dann abging, das nennt man wohl männliches Lästern. Meine Herrn!

Drama zum zweiten: Sonntag Morgen um 10 Uhr, Konzert der BigBand 3B in Luzern. Vorgängig ein Familienbrunch bei meinem Schwesterchen, wofür ich sehr zu begeistern war. Das mit dem Konzert hatte ich komplett verpasst, und war recht überrumpelt als um 10 vor 10 alle aufsprangen und weg wollten. Ich war grad noch so friedlich am Brötchen kauen und Kaffee geniessen. Mein erbitterter Widerstand nützte nichts, meine Schwester griff rigoros durch und verweigerte mir weiteren Nahrungsnachschub. *Grmpf* und *Grmbl*.
Schlecht gelaunt ging ich ans BigBand Konzert mit. Big Band am Sonntag morgen, wer kommt denn auf so eine bescheuerte Idee! Dann will ich meine Ruhe, und erst mal das Pfeiffen in den Ohren loswerden bevor ich mich erneut in irgendwelchen Lärm stürze! Ich mag BigBands ungefähr genauso gern wie Bacardi Cola, aber den trinke ich schliesslich auch nicht vor 12.
Zu allem übel spielten sie auch noch grottenschlecht. Es pfiff, der Ton war schrill, sie brachen x-tausendmal ab und dann ertönte plötzlich ein komisches Heulen. Aber nicht von der Bühne, sondern aus der Zuschauerreihe. Alle Köpfe drehten sich um, wohl froh dass endlich mal was richtiges lief! Irgendwie war nix zu sehen. Enttäuscht drehten sich die Köpfe wieder zur Bühne um als erneut aus den hintern Reihen Trouble losging. Diesmal aber richtig, in Form einer kreischenden Furie: "Was?! Der Hund hat ihn gebissen?! Er blutet, wie verrückt!" Oh Hölle. In Gedanken sah ich einen Mann (=ihn) am Boden liegen, blutüberströmt, und unfähig zu sprechen, geschweige denn zu bewegen. Folglich musste irgendwo eine ebenso blutüberströmte Hundebestie rumstreunen ... Mein Fantasie-Bild passte allerdings herzlich wenig zu dem schönen belgischen Schäfer, auf den die Furie zeigte.
Dann entdeckte ich den angefallenen Mann, und konnte beim besten Willen nicht die kleinste Schramme feststellen. Während dessen trötete die Big Band weiter, und mir wurde es zu blöd. Ich verliess die Familie und ging spazieren, bis ich ein wunderschönes Hotel mit sehr, sehr einladenden weissen Sonnenschirmen und Rattan-Sesseln mit weissen Polstern. Ich war schnell überzeugt, dass ich genau dorthin gehörte. In friedlichster Stille trank machte ich da weiter, wo ich vom Brunch weggezerrt wurde: ich trank einen weiteren Caffee. Keine fünf Minuten später klingelte mein Handy. Meine Familie war auch zur Einsicht gekommen, dass dieses Konzert zu einem ungünstigen Zeitpunkt stattfand, und wollte gehen. Also schon wieder den Kaffee runterschletzen und dann zurück rennen. Ja Himmel nochmal!

Aber das beste Drama lieferte heute meine Schwester. In ihren Worten, Bühne frei für Drama zum Dritten!

"Ui jetzt hab ich grad einen Kunden (den Vermieter unseres Hauses!) mega mässig angeschnautzt! Er hat mich 3Mal behandelt wie seine Angestellte, dann hab ich ihm zuerst anständig erklärt, er sei ein Kunde und könne nicht so mit mir reden. ich müsse ihn mit Respekt behandeln, aber er dürfe nicht einfach machen was er wolle. Er daraufhin: "Sicher mache ich was ich will, ich muss niemanden Fragen, was denken Sie sich denn, dass ich bei ihnen um Erlaubnis fragen muss?!" Ich: "So nicht Herr Bergmann, Sie können NICHT machen was sie wollen!" Er "Sie sind ja eine Lachnummer!" Dann stürmte er davon zu meinem Büronachbarn. Ich ihm nach, Zahlungen hinterher tragen die er erst morgen ausgefüllt haben wollte, die aber heute fällig waren. Ich hatte sie extra ausgefüllt.... Ich sagte: "Herr Bergmann, auch wenn ich eine Frau bin und auch wenn ich viel jünger bin als Sie, Respekt habe ich mir verdient!" knallte ihm die Unterlagen vor die Füsse auf den Boden, machte auf dem Absatz kehrt und ihm verkündet ich sei jetzt besetzt. Daraufhin ist er zu meinem Chef, und der hat mir VOLL den Rücken gedeckt, und mir später alles haarklein berichtet. Mit einem riesen Grinsen im Gesicht. "

Wenn ich in einem Moment in meinem Läben hätte Mäuschen sein können, DAS wäre der Moment gewesen, den ich hätte miterleben wollen. Aber nur aus ganz, ganz sicherer Distanz. Ganz grosses Theater, herrlich!

Dienstag, Juni 12, 2007

Frauen und ihre Listen

Dieses Schild sah ich heute in einer S-Bahn:

Jetzt stelle man sich das mal bildlich vor: Eine Frau mit einer riesigen Handtasche betritt den Zug. Die Handtasche muss wirklich gigantisch sein, sonst hat das Zeugs, das sie dabei hat, gar nicht alles Platz! Dann noch das Kind ...
Damit sie all die aufgelisteten Dinge nicht vergessen kann beim Aussteigen, muss sie sie erstmal aus der Tasche raus holen.
Angesichts der Tatsache, dass Zugfahrten oft nur einige Minuten dauern, hat sie einen enormen Stress. Also beginnt sie in einer riesen Hast alles aus ihrer Tasche zu kramen und den kleinen Abteil-Tisch vollzustellen. Sinn dieser Aktion: Ungewiss. Vielleicht sucht sie was, dann würde wühlen alleine aber auch schon den gewünschten Effekt bringen: das Auffinden des gewünschten Gegenstandes. Das Vergessensrisiko wäre auch erheblich gemindert. Aber in den Köpfen der Annabelle-Redaktoren haben wühlende Frauen keinen Platz, sonst würde die Werbung komplett ihren Sinn verfehlen. Also zurück zur auspackenden-Frau. Sie hat es irgendwie geschafft, sämtliche Gegenstände auf dem munzig-kleinen Abteiltisch aufzuschichten, als der Zug hält. Dank ihren fehlenden geographischen Kenntnissen merkt sie erst im letzten Moment, dass das ihre Haltestelle ist! Und genau da kommt diese wunderbare Checkliste ins Spiel. Listen! Frauen LIEBEN Listen, wo alles schön überschaubar und strukturiert aufgelistet wird. Und was wäre in dem Moment nützlicher, als eine solche Liste zu haben, wo man abhaken kann, ob man sich den abgestreiften Fingerring wieder angesteckt hat. (Ehering? Warum streift sie den ab? Flirten zwecks Fremdgehen? Oder wegen Handcreme auftragen? Und dann mit den schmierigen Fingern auf dem Laptop rumdrücken? Macht nix, hauptsache an den Ring kommt keine Handcrème ran!! .. ) Na egal, auf jedenfall werden dank der Liste ab jetzt bestimmt viel weniger Kinder im Zug vergessen!

Kampfschlangen

Ich habe heute eine neue Spezies entdeckt: Kampfschlange. Entstanden ist der Begriff aus einer Kreuzung von Kampfhund und eben, wer hätte das gedacht - Schlange.
Die Wesen halten, was der Name verspricht: Sie sind äusserst gefährlich. Und zwar genau aus dem Grund weil sie nicht so blöd wie ein Kampfhund einfach offensichtlich zubeissen, sondern weil ihr Gift ganz langsam wirkt. Kampfschlangen sind geduldige Jäger und geschickte Strategen. Sie können jede erdenkliche Form annehmen, und gehen sehr zuvorkommend auf ihre Opfer zu. Ihre emotionale Intelligenz ist ungefähr so gross wie die von Prinzessin Diana, die ja laut der Biografin Tina Brown ungefähr die Grösse des Buckingham-Palace hatte.
Aber anders als bei Diana, deren gebildete Intelligenz auf einer Briefmarke Platz gehabt haben soll, sind bei Kampfschlangen beide Arten von Intelligenz stark ausgebildet. Vielleicht sind sie mutierte Menschen oder gleich ganz Alien, meine Forschungsergebnisse sind noch zu unklar um das sicher definieren zu können.
Wenn man einer Kampfschlange begegnet, sollte man ihr mit Respekt entgegen treten. Und dann das tun, was einen die Natur über Gefahren allgemein gelehrt hat: Voll drauflos! Nur so kann man sich den Respekt einer Kampfschlange verdienen. Hat man den einmal, ist man sozusagen ein gemachter Mann/Frau. Hat man ihn nicht, ist man sozusagen tot. Dann kann man nur noch hoffen dass die Kampfschlange vor einem grad keinen Hunger oder ihre Tage hat, oder sonst übel gelaunt ist. Ansonsten mutiert sie kurt zu einem Kampf-Schlangen-Tiger, faucht und wetzt die Krallen, um dann erbarmungslos über ihr Opfer herzufallen. Was bleibt, sind einige fetzen.
Ihr Gift hingegen ist nicht tödlich, nicht einmal in jedem Fall schädlich. Jedenfalls nicht usprünglichen Sinn, allerdings macht es stark abhängig und kann Persönlichkeitsveränderungen und physische sowie psychische Entzugserscheinungen hervorbringen.

Schützen kann man sich nicht vor Kampfschlangen. Sie leben in Australien, Afrika, Südamerika sowie auch in unseren Breitengraden. Gerade heute habe ich sogar auf der Bahnhofstrasse in Zürich eine gesehen. Sie hatte einen Kampfhund an der Leine.

Donnerstag, Juni 07, 2007

Freispruch!

So nun ist der Fall klar: Corti und Co. sind zu clever, PLUS das Schweizer Wirtschafts- und Rechtsystem zu dämlich.

Dass die Swiss-Air-Häuptlinge freigesprochen wurden, dahinter stehe ich voll und ganz. Dass sie aber mit einer Abfindung in einer Gesamthöhe von 3 Millionen CHF entschädigt werden, überschreitet doch die Grenzen des vertretbaren, finde ich.

Allerdings, möglicherweise haben die Ex-Angeklagten sich ja dazu entschieden, das Geld all den von Grounding betroffenen zu überlassen? Wäre immerhin ein guter Anfang, die leergeräumten Pensionskassen etc. wieder aufzufüllen ...

I wouldn't wanna be the judge

Jennifer Aniston liebt jetzt einen britischen Brad-Klon. Schon komisch bei den Briten, die Schönheits-Gene werden gar nicht gut verteilt. Entweder hast Du Glück oder Pech. Paul Sculfor - Jen's neue Flamme - hatte offensichtlich Glück. Und somit auch Jen, denn welche Frau wäre nicht erfreut, am Morgen neben einem solchen Beau aufzuwachen.

Ganz alleine wacht momentan allerdings ja die Hilton-Zicke auf. Woher kommen bloss alle die Infos von ihr aus dem Knast?! Nicht mal wenn sie weggesperrt ist, hat man Ruhe vor ihr. Was soll man da noch machen ... Sie vielleicht auf eine Haferflocken-Diät setzen, dann verfällt sie hoffentlich in einen Redestreik.
Dabei sind Haferflocken das non-plus-ultra zum Frühstück, aber dass die Tussi keine Ahnung hat, ist ja nichts neues.

Ebenfalls eine Zelle winkt dem ehemaligen Präsidenten der SAir Group, Mario Corti, sowie seinen Flügerli-Kollegen. 19 Personen sind angeklagt, für die grösste Pleite der Schweizer Wirtschaftsgeschichte verantwortlich zu sein. Wenn nur 19 Personen sowas zu Stande bringen, dann ist entweder die Schweizer Wirtschaft völlig zur Sau (entschuldigung), oder die betroffenen Ganster sind eine Bedrohung für die ganze Welt, weil sie offenbar ZU intelligent sind. Honestly, I wouldn't wanna be the one to judge this!

Montag, Juni 04, 2007

success!

Wir waren erfolgreich beim shoppen. Sehr sogar. Er hat sich aber ein bisschen eingeschränkt, und "nur" einen Helm und Handschuhe gekauft. Der Helm macht Sinn, die Handschuhe ... naja. Er hatte aber die Super-Begründung dafür: wenn er vom Pferd fällt, will er sich schliesslich nicht die Finger aufschrammen!
Auch eine Art, die Dinge zu sehen ...

Einen Film hab ich nicht gemacht. Statt dessen gemerkt, dass ich mit meinen Sprüchen höllisch aufpassen muss.

Als ich ihn kennengelernt habe, stand er unter starken Medikamenten, und war völlig wirr. Der hat Sachen gemacht das glaubt man gar nicht! Für mich war es schwierig auseinander zu halten, was jetzt ER ist, und was den Medis zuzuschreiben war. Es war auch schwierig mit ihm umzugehen, denn er starrte einen zwar entzückt an, schien aber in Gedanken meilenweit entfernt zu sein. Auf sämtliche Fragen antwortete er mit "ja, jawoll", was mich dazu verführte ihm die verrücktesten Fragen zu stellen.
"Gibst Du Sabrina eine Gehaltserhöhung?" er, völlig verzückt: "ja ... jawoll!"
"Wollen wir uns betrinken gehen?" er "ja, höhö, jawoll"
"Stellst Du mich als Geschäftsführerin ein?" er "ja, jawoll" ..... und eben "Kommst Du mal mit zum reiten?" - "ja, jawoll!"

Offenbar lässt der einfluss der Medis nach, und er wird geistig wieder wacher. Das ist toll für ihn und freut mich wirklich sehr, aber eben, ich muss aufpassen was ich sage. Verletzen oder beleidigen will ich ja nicht!

So und last but not least: ich hab einen neuen Job. Ab 1. August bin ich Credit Risk Expert!

Freitag, Juni 01, 2007

Shopping time!

Nach meinem Ausflug nach Frankfurt letztes Wochenende bin ich einem wahrhaftigen Shopping-Wahn verfallen. Dieser wird jetzt noch zusätzlich von Aussen angeheizt, denn ich wurde als persönlich Einkaufsberaterin engagiert.
Objekt der Begierde: Reitstiefel.
Kunde: der Chef meiner Schwester

Meine Schwester arbeitet in einem Treuhandunternehmen. Eine 2-Kopf Firma. Sie, die den Laden schmeisst, und der Inhaber, der den Laden finanziert. Dazu muss man sagen, wer sich jetzt einen gestandenen Mann im fortgeschrittenen Alter vorstellt, der könnte sich ev. täuschen. ich würde ihn eher als eine Mischung zwischen Albert Einstein und Rumpelstilzchen beschreiben. Dazu kommt der rabenschware Humor eines Engländers. Selbstverständlich ist das aber eine sehr subjektive Interpretation.

Neuerdings ist meine Schwester Mittwochs Nachmittag und Samstag abwesend, da sie es als klug erachtet hat, sich weiter zu bilden.

Mittwoch Nachmittag wiederum ist mein Reitnachmittag, und wenn man so durch die Gegend geschaukelt wird vom Pferd, bleibt schon mal Zeit für ein flottes Telefongespräch. Wir haben das früher ständig gemacht, und deshalb ist der Griff zum Telefon gar nichts mehr, worüber ich nachdenke wenn ich am Reiten bin.
So auch kurz nach Anfang ihrer Ausbildung. Ich hatte komplett vergessen dass sie ja gar nicht im Geschäft war, und hatte ihren Boss an der Strippe. Was mich völlig aus dem Konzept brachte, und ich mich hinreissen liess, blöde Sprüche zu klopfen. So à la "Ich bin grad beim reiten, Du kannst ja auch mal mitkommen". Nie im Leben würde er das tun, und wenn, das gäbe ein Bild für Götter! Er hat mitgewitzelt, und nach einigen Minuten Smalltalk hab ich mich verabschiedet.

Wochen später: meine Schwester ruft mich an und richtet mir aus, dass ich endlich mal durchgeben soll, wann ich denn jetzt ihren Chef mitnehme zum reiten!
Ich hab ihn nicht angerufen, und er hat nicht lockergelassen. Noch etwa dreimal hat er gefragt, bis ich schlussendlich überzeugt war dass es sein voller Ernst ist. Und das ist sogar noch untertrieben: Denn der Herr hat nicht die Absicht, in Jeans und Wanderschuhen auf das edle Ross zu steigen - Stil muss sein! Also gehen wir morgen seine Ausrüstung kaufen. Ganz nach Vorbild von Roger Moore. Lederstiefel will er, und ein Jacket!! Alles andere wäre modisch nicht vertretbar, und in seinen Worten ungefähr so wie "wenn man in einer Strickjacke Jaguar fährt!" Ja, DAS wäre eine Tragödie!

Und das morgen wird eine Komödie sondergleichen. Vielleicht filme ich mit versteckter Kamera ...